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REISEN

 

DER WIDERSPENSTIGEN ZÄHMUNG

Die Kataraktenstrecke der Donau forderte den Schiffern einst ihr ganzes Können ab. Zur erhöhten Sicherheit wurden die Riffe und Stromschnellen zwischen Serbien und Rumänien in einem beispiellosen Projekt geflutet – was der Passage nichts von ihrem wildromantischen Reiz genommen hat.

Wie der Reißzahn eines Raubtiers ragt der einsame Felsen aus den Wellen empor – und lässt uns frösteln. Ist er doch Vorbote ganz ähnlicher steinerner Gebilde, die vor noch nicht allzu langer Zeit unter der Wasseroberfläche lauerten und so manches Dampfschiff stranden ließen. „Babakai“ wird der mahnende Solitär am Eingang der Donau-Kataraktenstrecke genannt. Das bedeutet auf Türkisch „Ich bereue“, und dies soll die Haremsdame geseufzt haben, die sich der Untreue schuldig gemacht und mitsamt dem blutigen Haupt ihres geköpften Galans vom damaligen Wesir von Golubac auf den steilen Felsen verbannt worden war, wo die Wellen sie für immer ins Wasser zogen. So will es zumindest die Sage. Und wir glauben ihr gern, erscheint doch kurz darauf am Uferhang wie zum Beweis die Burg Golubac mit ihren neun gewaltig aufragenden Wehrtürmen, in der Wesir und Harem beheimatet waren.

Voller Geschichten ist der Donauabschnitt, der bei der rumänischen Ortschaft Moldova Veche beginnt. Die Bezeichnung „Kataraktenstrecke“ fasst in einem Wort zusammen, was Schiffer und Fahrgäste einst in Angst und Schrecken versetzte: Hier, im 130 Kilometer langen Durchbruchtal zwischen serbischem Balkangebirge und den Karpaten auf rumänischer Seite, hat sich die Kraft des Stroms über Jahrmillionen tief in den Berg gegraben. Ungleichmäßig formte die starke Strömung den widerspenstigen Felsengrund und ließ so zwischen Stromschnellen und Strudeln zahlreiche zackige Riffe entstehen, deren Kanten zum Teil tückisch dicht unter der Wasseroberfläche warten. Wer die Passage bei Niedrigwasser durchfuhr, riskierte sein Leben. Erleichtert vernahmen daher die Schiffer Ende des 19. Jahrhunderts die Planung einer künstlichen Fahrrinne auf der rechten Flussseite, die den Schiffsverkehr sicherer machen sollte. Dies gelang, doch erwies sich der aus dem Gestein gesprengte schmale Kanal als Nadelöhr, in dem viel zu wenige Schiffe Platz fanden, sodass der Verkehr stets in nur eine Richtung möglich war und Lotsenzwang bestand. Bei Niedrigwasser fiel auch hier der Pegelstand auf ein riskantes Niveau, daher mussten die tief liegenden Dampfschiffe ihre Reise am Kanaleingang beenden, Frachtgüter auf dem Landwege weitertransportieren und die Passagiere in flache Barken umsteigen lassen. Ein zeitraubendes Unterfangen, zudem durch am Ufer hausende Räuberbanden bedroht, das sämtliche beteiligten Wirtschaftszweige viel Geld kostete.

Und so reifte in den 60er-Jahren bei den Anrainerstaaten Jugoslawien und Rumänien der Plan zu weit reichenden Baumaßnahmen: ln einem wahren Jahrhundertprojekt sollte nicht nur die Donau auf breiter Strecke durch Flutung gezähmt, sondern gleich auch ihre Wasserkraft zur Energiegewinnung genutzt werden. Mit wenigen Jahren Abstand entstand zunächst das Stausee-Schleusen-Kraftwerk-Trio „Djerdap I“, dann knappe hundert Kilometer flussabwärts das Zwillingsprojekt „Djerdap II“ – Maßnahmen, die den Wasserspiegel um ganze 35 Meter erhöhten. Breiter und ruhiger haben die nun unter strenger Kontrolle stehenden Wassermassen die Strömung werden lassen, sodass die Passagiere einer Flusskreuzfahrt die Kataraktenstrecke heute entspannt im Liegestuhl an Deck genießen können.

Wie ein nicht enden wollendes Band ziehen die Naturschönheiten der Region an der Reling vorüber. Auch wir lehnen uns zurück und lassen uns von der spektakulärsten Passage unserer Donaufahrt faszinieren: Majestätisch aufragende Felswände wechseln sich mit dicht bewaldeten Hängen ab, dann wieder öffnen sich weite Buchten, und wir wissen: Bald kommt es in Sicht, das „Eiserne Tor“, ein Flussabschnitt unterhalb der Stadt Orsova, auf dem sich vor der Flutung die Riffe besonders dicht drängten. Und immer noch verengt sich hier der Fluss, schwillt die Strömung gurgelnd an. Mit dem Eisernen Tor hat sich die Donau einen Rest ihrer ursprünglichen Wildheit bewahrt. Die hohen Ufer rücken dicht zusammen, und die unergründlichen Tiefen um uns herum verdunkeln sich zu einem warnenden Schwarzblau. So als wollte das Wasser auf unserem langen, gemeinsamen Weg ein letztes Mal Respekt einfordern.

 

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"DIE WIKINGER KOMMEN!"

Vor gut tausend Jahren verbreiteten die bärtigen Horden aus Skandinavien in Europa Angst und Schrecken. Sie prägten die Küsten des Kontinents bis nach Konstantinopel.

Sie kamen schnell, und ebenso schnell waren sie wieder verschwunden. Zurück ließen sie brennende Häuser und grau- sam abgeschlachtete Dorfbewohner. Ihre Beute: alles, was nicht niet- und nagelfest war, sowie die fremden Frauen zum Vergnügen und die stärksten Männer für den Sklavenhandel. Wer im frühen Mittelalter die Drachenboote der Wikinger am Horizont sah, wusste, das hat nichts Gutes zu bedeuten.

Die Stärke der Nordmänner lag in ihrer Schiffsbaukunst, die sie früh zur Reife brachten und äußerst wendige Langboote konstruierten. Die Schnelligkeit dieser Gefährte, mit denen die bezopften, bärtigen und bis an die Zähne bewaffneten Krieger- horden wie aus dem Nichts auftauchten, ließ manchen Dörfler auf dem Kontinent an eine Heimsuchung direkt aus der Hölle glauben. Die meisten der Normannen waren allerdings friedlich; „Wikinger“ nannte man nur die Skandinavier, die auf Beutefahrt gingen. Die Übrigen betrieben Ackerbau oder Handel mit anderen Völkern. Daher ist zwar überliefert, dass blutrünstige Dänen die Küsten Englands überfielen und Norweger über Frankreichs Flüsse plündernd ins Inland vordrangen. Doch ebenso schreiben die Chroniken, dass integrationsbereite Nordmänner von europäischen Königen Land erhielten, um sich dort anzusiedeln. So bekam die französische Normandie ihren Namen, und auch die Anfänge Russlands wurden durch emigrierende Skandinavier, von den Slawen „Rus“ genannt, geprägt. Über das Mittelmeer segelte das abenteuerlustige Nordvolk bis nach Sizilien und Konstantinopel, um bei den damals dort beheimateten Arabern Pelze und Sklaven gegen Wein und Gold, Walrosszähne und Federn gegen Seide und Gewürze zu tauschen.

Die Liebe zum Meer führte zu erheblichem Landgewinn. So wird den Nordmännern die Besiedelung lslands, Grönlands und die Entdeckung der „Neuen Welt“ jenseits des Atlantiks zugeschrieben: Im Jahr 985 wollte der Norweger Bjarni Herjolfsson von lsland aus seinen Eltern folgen, die nach Grönland ausgewandert waren. Doch Stürme trieben sein Schiff weit nach Westen, wo er Küstenabschnitte des heutigen Kanadas sichtete. Zurück im Osten, berichtete er von seinem Erlebnis, und Leif, ein Sohn Eriks des Roten, plante eine Überfahrt mit Landgang. Ein paar Jahre später gelang es ihm tatsächlich, den großen Kontinent im Westen wiederzufinden. ln Neufundland verbrachte er mit seiner Mannschaft den Winter. Zurück in Grönland, hatte er viel zu berichten. Erst 500 Jahre später folgte Christoph Kolumbus seiner Spur und wurde zu Unrecht als Entdecker Amerikas gefeiert.

Warum die Überfälle der Wikinger zu Beginn des zweiten Jahrtausends ein Ende nahmen, wird auf verschiedene Umstände zurückgeführt: Zum einen macht man die Christianisierung der Nordvölker verantwortlich, die zu einem harmonischeren Miteinander führte. Entscheidend war aber auch, dass die Herrscher Mitteleuropas inzwischen bessere Verteidigungsmaßnahmen in Form von größeren Flotten und Festungen ergriffen hatten. Und nicht zuletzt hatten die friedfertigen unter den Nordmännern erkannt, wie schädlich sich die Beutezüge ihrer Landsleute auf den weit gewinnträchtigeren Handel auswirkten, und geboten Einhalt. So verschwand ein Volksableger, der uns heute noch Schauer leichten Grusels über den Rücken jagt.

 

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AUF DEN SPUREN ROSAMUNDE PILCHERS

Wohl nirgendwo ist England romantischer als im Südwesten, wo es im Landzipfel von Cornwall ausläuft.

Da geht es „In der Mitte eines Lebens“ „Ungezügelt ins Glück“; auf „Das Geschenk des Frühlings“ folgt „Wind über dem Fluss“; und „Lords lügen nicht“, was selbstredend als „Eine Frage der Ehre“ angesehen wird. Nur willkürlich ist diese Auswahl an Filmtiteln der bekanntesten Rosamunde-Pilcher-Romane. ln Cornwall geboren und aufgewachsen, begann die sprachgewaltige Engländerin bereits mit fünfzehn, Kurzgeschichten für Frauenmagazine zu schreiben, bis ihr das Meisterwerk „Die Muschelsucher“ 1987 zum internationalen Durchbruch verhalf. Südwestengland lag Rosamunde Pilcher stets am Herzen, und so verlegte sie ihre meisten Romanhandlungen in diesen Landstrich. Fans ihrer Bücher, die die Region bereisen, werden sich daher so manches Mal in überraschtem Wiedererkennen die Augen reiben.

ln die hügelige Landschaft der „Salisbury Plains“ beispielsweise schmiegt sich das mittelalterliche Städtchen Salisbury, dessen Kathedrale als Kulisse der Verfilmung „Die Liebe ihres Lebens“ diente. Der mit 123 Metern höchste Kirchturm Englands dominiert das Stadtbild und erlaubt einen grandiosen Blick auf das Häusermeer. Weiter geht es zum dreizehn Kilometer nördlich gelegenen Stonehenge mit seinen geheimnisvollen Steinkreisen, ebenfalls Drehort für „Die Liebe ihres Lebens“.

Dringt man entlang der Südküste gen Westen vor, durchfährt man zahlreiche Seebäder, die Rosamunde Pilcher in ihrer Kindheit besucht hat. Fortwährend wird man sich in einer Romankulisse wähnen: Idyllisch gelegene Herrensitze scheinen auf eine blutjunge Erbin zu warten, Burgruinen, sattgrüne Wiesen und felsige Küstenabschnitte beschwören das ausreitende Liebespaar herauf, reetgedeckte Cottages, Rosengärten und weißgekalkte Pubs sind der ideale Rückzugsort für einen Heiratsantrag oder die längst fällige Aussprache zwischen den Protagonisten.

Rund um Land’s End, den westlichsten Zipfel Cornwalls, verdichten sich die Handlungsorte: St. lves oder „Porthkerris“, wie es in den Büchern heißt, schmiegt sich über dem Hafen mit weiß getünchten Häusern an den Hang. Bei einem Bummel durch den Schauplatz für „Die Muschelsucher“ kann der Besucher nachvollziehen, wie die Schriftstellerin von der ansässigen Künstlergemeinde beeinflusst wurde. Nach der Umrundung des Kaps erlaubt die Hafenstadt Penzance, in der die meisten Charaktere aus den Pilcher-Romanen mit dem Zug ankommen, den Blick auf die kleine Insel St. Michael’s Mount. Seit dem Mittelalter steht hier ein benediktinisches Kloster; in der Moderne diente es als Drehort für „Wolken am Horizont“ und „Heimkehr“. Zu seinen Füßen befindet sich ein historisches Fischerdorf mit Hafengaststätten und kleinen Geschäften, in denen man seinen Rosamunde-Pilcher-Reisetag entspannt ausklingen lassen kann.

 

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ITALIEN VOM FEINSTEN

„Göttliche Küste“ wird der Landstrich zwischen Neapel und Amalfi auch genannt. Wer die Region bereist, wird sich ihrem Zauber nicht entziehen können.

„Azzurro!“ möchte man begeistert schmettern, wenn die legendäre Staatsstraße 163, die Amalfitana, das erste Mal den Blick aufs Meer eröffnet. Tiefblau liegt das Wasser gut hundert Meter tiefer als der Asphalt, und die felsige Steilküste säumt das Ufer in teils haarsträubenden Windungen. Immer wieder hängen Felsnasen über der Fahrbahn. Nicht umsonst ist die Strecke für große Busse gesperrt. Der Kleinwagenfahrer jedoch wird diese Route lieben: 50 Kilometer lang schlängelt sich die weltberühmte Strada statale südlich von Neapel um die Halbinsel von Sorrent. Der Weg ist hier das Ziel – dennoch sollte man Stopps in den schönsten Ortschaften entlang der Amalfitana nicht versäumen.

Sorrent ist eine der ersten Perlen, die zum Bummel einladen. Vom zentralen Treffpunkt Piazza di Tasso gehen die Einkaufsgassen ab, die vor allem abends voller Atmosphäre sind. Nach dem Shopping lockt der Ausblick auf die tiefblaue Bucht, in die die Marina Grande mit ihren Fischerbooten hineinragt. Hier flicken Fischer ihre Netze, und zahlreiche Fischrestaurants locken mit appetitanregenden Angebotstafeln. Von hier aus gelangt man auf kürzestem Wege zur Insel Capri mit ihrer berühmten Blauen Grotte.

Hat man die Spitze der Halbinsel umrundet, öffnet sich in einer kesselartigen Bucht das romantische Positano, ein ehemaliges Fischerdorf, das – an dieser Küste äußerst selten! – über einen kleinen Kiesstrand verfügt. Mittlerweile hat sich der Ort dem Tourismus verschrieben, was der Besucher genießen wird: Typisch italienische Trattorien servieren das, wofür die Region bekannt ist: Spaghetti alle Vongole mit fangfrischen Muscheln, Pasta amatriciana mit Knoblauch, Speck und Tomaten sowie gegrillten Fisch im Kräutermantel. Und danach locken unzählige, in malerischen Gassen aufgereihte Boutiquen mit dem neuesten Schick in allen Regenbogenfarben.

Am Ende der Route wartet Amalfi, der Ort mit dem alles beherrschenden Dom. Wer das Auto in Praiano stehen lässt und Amalfi per Wassertaxi ansteuert, wird mit einer rasanten Schlauchbootfahrt entlang der Küste belohnt. Nicht selten erleben die Cafébesucher auf dem Domplatz eine festlich gekleidete Hochzeitsgesellschaft, die nach der Trauung die majestätische Treppe von der Kirchentür zur Piazza hinunterschreitet. Gerührt spenden die Zuschauer Applaus, vergessen die weiteren Besichtigungspunkte und verweilen vor dieser Traumkulisse noch einen Cappuccino länger.


 

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"DAS NATÜRLICHE GLEICHGEWICHT ERHALTEN"

Tobias Feiger, ein erfahrener Safari-Reiseleiter in Südafrika, erklärt, wie Naturschutz am besten gelingt.

Herr Feiger, wie gelingt es dem Safarireisenden, auf einer Pirschfahrt möglichst viele Tiere zu sehen?"¨
Im Krügerpark hängen in den Camps Pinnwände mit Landkarten aus, auf denen Besucher die Standorte, an denen sie Tiere gesehen haben, mit verschiedenfarbigen Nadeln markieren. Oft halten sich die Tiere länger dort auf, sodass man sich an diesen Tipps orientieren kann. Außerdem hilft eine gute Beobachtungsgabe: Starren an einem Wasserloch alle anwesenden Antilopen und Zebras wie hypnotisiert in eine Richtung oder ist ein Vogelschwarm sehr aufgeregt, lauert dort vermutlich eine Raubkatze. Kreisen am Himmel Geier, hat ein Löwe gerade Beute gemacht. Wer ein Auge für die Natur entwickelt, wird sehr wahrscheinlich viele Tiere entdecken.

Fühlen sich die Tiere von den Besuchern nicht gestört?
Den Besuchern ist es verboten, ihren Wagen außerhalb der Camps zu verlassen, auch müssen sie sich auf den Straßen halten. Daher bleibt den Tieren ausreichend Rückzugsraum. Aber die meisten haben sich ohnehin an den Anblick der Fahrzeuge gewöhnt. Sie betrachten Auto und Insassen als eine vertraute, kompakte Form und sind nur irritiert, wenn sich ein Mensch weit herausbeugt oder mit den Armen ausladende Bewegungen macht. Bei der nahen Beobachtung sollte man dies vermeiden. Dann halten sich viele Tiere völlig entspannt neben oder gar zwischen den Fahrzeugen auf.


Erhöht diese Gewöhnung die Chancen für Wilderer?
Der moderne Wilderer pirscht sich nicht mehr zeitaufwendig an das Wild heran. Organisierte Banden haben im Krügerpark erst 2011 mit Hubschraubern und Schnellfeuergewehren den Nashornbestand von mehreren Jahren erlegt. Das geht so schnell, dass die Ranger mit ihren Geländewagen viel zu spät am Ort des Geschehens eintreffen. Daher hat die südafrikanische Regierung das Militär zu Hilfe geholt, das nun im Park massiv gegen Wilderer vorgeht.

Wie steht es um den Elefantenbestand?
Die Stoßzähne von Elefanten sind nach wie vor eine begehrte Beute. Immer noch werden die Tiere illegal getötet. Zur Abschreckung hat die Regierung harte Strafen mit bis zu zehn Jahren Gefängnis verhängt. Das Problem mit Elefanten ist mittlerweile allerdings ganz anderer Natur: Zu Zeiten der Parkgründung fast ausgestorben, haben sie sich heute so stark vermehrt, dass sie in vielen Gebieten nicht mehr genügend Futter vorfinden. Ganze Regionen haben sie auf ihren Zügen kahl gefressen und zertrampelt. Die Parkverwaltung hatte daher begonnen, Elefanten abzuschießen, um das natürliche Gleichgewicht wieder herzustellen. Nach weltweiten Protesten schwenkt man nun um und versucht, der Vermehrung mit einer Anti-Baby-Pille Einhalt zu gebieten.

Wie funktioniert das in der Wildnis?
Die Pille wird der Elefantenkuh implantiert und wirkt dort für ein ganzes Jahr. Berliner Biologen haben das Verfahren entwickelt und im Krügerpark getestet: Die behandelten Kühe sind in den folgenden zwölf Monaten tatsächlich nicht trächtig geworden.

Seit Bestehen des Krügerparks gab es auch immer wieder Konflikte mit den umliegenden Siedlern, weil Tiere aus dem Park Zäune durchbrachen und die Ernte auffraßen.
Diese Vorfälle gibt es weiterhin. Kudu-Antilopen beispielsweise lassen sich auch von einem zwei Meter hohen Zaun nicht von den Leckerbissen dahinter abhalten; Elefanten treten Absperrungen einfach platt. Um zu verhindern, dass die geschädigten Farmer die Tiere abschießen, zahlt die Regierung großzügige Entschädigungen. Die Einheimischen haben überdies verstanden, dass ihr Land vom Safaritourismus immens profitiert. Und ganz bewusst werden Aufträge für Baumaßnahmen im Park an die Anrainer vergeben, damit diese auch persönlich etwas vom Tierschutz haben und die Erhaltung seltener Arten unterstützen.

 

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WASSER MARSCH!

Familien lieben die Türkische Riviera: Moderne Hotelanlagen mit spannenden Aquaparks, die Herzlichkeit der Gastgeber und ein reelles Preis-Leistungs-Verhältnis garantieren Rundum-Erholung.

Hier bekommt man etwas fürs Geld: Seit der Tourismus in der Südtürkei aufgebaut wurde, haben vor allem Familien die Region für sich entdeckt. Das stets sonnige Klima, weitläufige Strände sowie Hotels mit praktischen All-inclusive-Angeboten und Kinderbetreuung entspannen die Eltern und den Nachwuchs gleichermaßen. Viele Häuser haben geräumige Familienzimmer mit Verbindungstür und eine umfassende Baby- und Kleinkindausstattung im Angebot. Wenn dann noch der Kinderclub zu Theaterproben, Sportolympiaden und Karaoke-Wettbewerben einlädt, kommt garantiert keine Langeweile auf.

Magnetischer Anziehungspunkt einer jeden Ferienanlage ist jedoch der Pool – und hier scheinen die Gastgeber einen wahren Wettbewerb gestartet zu haben, wer wohl über die spektakulärsten Rutschen verfügt. Beeindruckende Aquaparks sind entstanden, mit schwindelerregenden, oft ineinander verschlungenen Gebilden in allen Regenbogenfarben. Wild oder gemütlich, offen oder geschlossen, wellig oder kurvig: Auf diesen Megarutschen hat jeder einen Riesenspaß. Und wer eine zusätzliche Herausforderung sucht, wählt ein Modell, das man per Reifen oder Floß bewältigen muss. Geglückt ist die Abfahrt erst, wenn Untersatz, Passagier und Badekleidung zum selben Zeitpunkt im Wasser aufklatschen. Ein Schauspiel, das nicht nur die Aktiven, sondern auch das Publikum im Liegestuhl bestens unterhält.

Auch außerhalb der Anlagen überzeugt die Türkei mit vielfältigen Möglichkeiten. Erkundungen in den Überresten antiker Tempel und Theater oder ein Bummel über die bunten Souvenirmärkte bringen den Urlaubern Geschichte und Kultur des Gastlandes näher. Neue Erfahrungen verspricht auch ein Schnupperkurs mit der ganzen Familie auf einem der vielen Golfplätze an der Küste und im Hinterland. Die Freundlichkeit der Einheimischen wissen Stammgäste schon lange zu schätzen. Und der Kassensturz am Ende des Urlaubs rundet den positiven Eindruck ab: Denn ein Badeurlaub in der Türkei ist für vergleichsweise wenig Geld zu haben, und die Leistungen vor Ort stellen auch anspruchsvolle Gäste zufrieden. So hält die Erholung noch lange an. Und nicht nur beim Nachwuchs hat die Türkei als Reiseziel auch für den nächsten Urlaub höchste Priorität.

 

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EURO-ZONE IN DER KARIBIK

Die Inseln von Guadeloupe sind ein Übersee-Département Frankreichs.

Da liegt man im Winter bei tropischen Temperaturen im Liegestuhl unter Palmen, umspült von türkisgrüner, sanft plätschernder Brandung, bestellt in bester Urlaubslaune einen farbenfrohen Rumcocktail – und bezahlt diesen in Euro. Acht Flugstunden von Europa entfernt auf einem Archipel, auf dem ein buntes Völkergemisch zu Hause ist, vor dessen Ufern sich Wasserschildkröten und Buckelwale tummeln, scheint die europäische Heimat ganz nah: Einer der letzten Zipfel Frankreichs findet sich hier, in der wie eine Perlenkette aufgereihten Inselgruppe der Kleinen Antillen in der östlichen karibischen See. Guadeloupe heißt der exotische Außenposten Europas, von Kolumbus während seiner zweiten Fahrt in die Neue Weil entdeckt und nach einem spanischen Wallfahrtsort benannt. Mitte des 17. Jahrhunderts allerdings übernahm Frankreich das Regiment in der Kolonie und wandelte sie 1946 in ein Übersee-Département um.

Trotz der engen Bindung ans europäische Mutterland hat sich eine ganz eigene Kultur herausgebildet, die alle Entwicklungen der vergangenen Jahrhunderte auf prickelnde Weise vermischt. So finden sich in der Musik, der Küche, der Sprache und in der Architektur Guadeloupes karibische, spanische, afrikanische, indische und französische Spuren, was eine einzigartige Mélange entstehen ließ. Mindestens ebenso vielfältig sind die Aktivitäten, zu denen Guadeloupe einlädt: Die Traumstrände sind perfekt zum Relaxen, und Wassersportler müssen sich entscheiden: surfen, windsurfen, kitesurfen, segeln, mit dem Kajak versteckte Buchten entdecken, Wasserski und Wasserscooter fahren oder an einem der vielen Riffe tauchend die bunt schillernde Unterwasserwelt bewundern? Wer sich lieber an Land bewegt, kann die Mangrovenwälder erkunden, Wanderungen zu Wasserfällen unternehmen, beim Canyoning wilde Schluchten durchlaufen, mit dem Mountainbike zwischen Zuckerrohrfeldern fahren oder sich auf Hängebrücken durch die Baumkronen des Regenwaids arbeiten. Auf Kulturinteressierte warten katholische Kirchen, ein Hindutempel, eine Burganlage aus dem 17. Jahrhundert und kleine Ortschaften mit bunten Märkten und Cafés.

Aus fünf bewohnten und mehreren unbewohnten Inseln besteht der Guadeloupe-Archipel. Immer mehr Besucher kommen am internationalen Flughafen der Hauptinsel an ... und betreten dieses Outback der Euro-Zone ganz unkompliziert mit ihrem Personalausweis.